Distanz, die neue Nähe

Aktualisiert: Nov 7

Was passiert mit uns in dieser Zeit. Oder mit dieser Zeit? Ein paar Gedanken dazu. Wirr.

Es gibt viel Veränderung.


Jetzt sitzen wir schon wieder hier in der Corona-Zeit. Es ist diesmal routinierter. Aber nicht weniger schlimm. Es ist scheußlich sich wieder einzugrenzen.


Wieder sind die Kinder mit betroffen und die Nerven der Familien und Generationen arg beansprucht.


Hysterie ist immer noch mit dabei. Auch hier mittlerweile eher kleine, kurze Spitzen. Naja, nicht jeder weiß, dass - wie beim ersten Lockdown - es morgen auch noch Toilettenpapier gibt. Manch einer ist aber auch tiefenentspannt.


Irgendwie ist Corona nicht nur ein Damokles-Schwert, denn eine Art Sensenmann im Dauerstreß. Es gibt Berichte, dass zuweilen die Auswirkungen diesmal schlimmer sind. Die Fälle von Infektionen kommen mehr und mehr in unsere Bekanntenkreise. Die Regierung und Gesellschaft versucht trotzdem oder gerade aus Mangel anderer Alternativen kontrolliert die Freiheiten zu beschneiden, damit ein Run auf die Krankenhäuser ausbleibt, bzw. die Summe der Fälle in Bahnen gelenkt ist. Gut so.


Generation(en)

Dies bedeutet vielerorts wieder Kopfschütteln, Resignation und wieder einmal Angst, aber auch Vorsicht und sogar Trotz. Wie beim ersten Mal auch. Was mir dabei Sorgen macht, ist, wie sehr dies gerade auf die folgenden Generationen, oder den Generationen die sich aktuell in der Selbstfindungs-Phase befinden, auswirken wird.


Wird die kommende Generation von Heranwachsenden den normalen sozialen Austausch noch als genauso wichtig empfinden wie wir, oder sagen wir mal die meisten vorigen Generationen? Wir haben schon einiges an persönlichem Kontakt und Entwicklung durch den steten Informationsaustausch verloren, haben soziale Kontakte die sich größtenteils auf die sog. "social Media" beziehen. Betrachten und betrachtet werden wie mit TikTok, Youtube, Instagram.


Du bist okay - bist Du okay?

Geliked werden ist das neu "Hey Du bist in Ordnung" auf Twitter und den anderen "Kanälen". Ja. Kanäle. Social Media. Wir sind auf Corona sowas von gut vorbereitet - was das neue "persönlich in Kontakt sein" angeht. Ja. Fast zu gut würd' ich sagen. Social Distancing. Hört sich fast nett an.


Oder ganz provokant ausgedrückt, das hat alles eine leichte Art von Voyeurismus und Exhibitionismus, oder?


Was bleibt, wenn wir irgendwann wieder auf "normal" zurück umschalten können? Geht das noch? Sind wir dann nicht zu gut darin auf Abstand ganz nah zu sein? Mir macht das etwas Unbehagen in der Magengrube.


Zu oberflächlich, zu uninteressiert wirkt auf mich die neue, vor allem mobile "Generation Z". Es gibt immer weniger Individualität. In der Geschwindigkeit und Menge der heutigen Medienvielfalt wird es wichtig sich zu unterscheiden, oder sich wiederzufinden, sich zu definieren und dabei trotzdem nicht dem Einheitsbrei des großen Ganzen nachzufolgen. Fast schon paradox.


Menschen

Bleibt mir nur eins zu sagen: Bitte bitte, wieder mehr Persönlich(keit) und vergesst nicht, es gab da mal ein Leben mit echten persönlichen Gesprächen. Mit Menschen.


Egal wann und wir wieder zurückkehren können zur Normalität und ja, es ist klar, es wird nicht mehr so wie vorher werden. Aber Menschen sind wir dann noch alle. Nicht vergessen!

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